Bindungstheoretisch fundiertes Frühinterventionsprogramm
STEEP™ (Steps Toward Effective, Enjoyable Parenting) ist ein bindungstheoretisch fundiertes, wissenschaftlich evaluiertes Frühinterventionsprogramm für psychosozial mehrfach risikobelastete Familien, entwickelt 1986 von Martha Erickson und Byron Egeland unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Minnesota Longitudinal Study of Risk and Adaptation an der University of Minnesota (1975 bis heute) und verwandter Bindungsforschung (empirisch, international) „Beziehung ist Programm“ (M. Erickson).
Grundhaltung und Menschenwürde
Die Prinzipien von STEEP™ - beziehungsbasiert, Stärken-fokussiert, individualisiert, sozio-ökologisch - basieren auf der Grundüberzeugung der personalen Würde des Menschen und bilden die verbindliche Grundlage für alle, die mit STEEP™ arbeiten.
Gesetzliche Grundlagen bilden die EU-Grundrechtecharta „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ (Art. 1 GRCh), sowie das europäisches Antidiskriminierungsrecht (AEUV). Entsprechend akzeptieren wir keine Diskriminierung aus Gründen des Geschlechts, der sexuellen Identität, der ethnischen Herkunft, der Religion oder der Weltanschauung, der körperlichen und geistigen Fähigkeiten oder des Alters, sowie rassistische Diskriminierungen.
Schutz vor Diskriminierung
Wir alle im Kontext des STEEP™ Interventionsprogramms distanzieren uns von Menschenfeindlichkeit, Antisemitismus oder religiösem Fundamentalismus jeglicher Art.
Alle Beteiligten verpflichten sich, die Menschenrechte zu wahren und einen Lern-, Lehr- und Arbeitsort zu schaffen, der sich durch ein Klima der Vielfalt, der Akzeptanz, des Vertrauens und des fairen, solidarischen, respektvollen und diversitätssensiblen Umgangs miteinander auszeichnet.
Höchste Priorität für Würde und Wohl von Kindern
Wir stehen mit unserer Haltung und unserem beruflichen Engagement an der Seite von menschlichem Leben in jeglicher Form, wir wertschätzen es und unterstützen Menschen in allen Bereichen ihres Lebens. Mit STEEP™ schaffen wir Lebensraum, in dem Schwangere, Kinder und ihre Eltern Wertschätzung, Unterstützung und Schutz vor Diskriminierung finden. Wir lassen Schwangere mit ihren Fragen nicht allein und respektieren sie in ihren Entscheidungen.
Die Sicherheit, Würde und das Wohl von Kindern haben für alle im Kontext von STEEP™ handelnden Personen die äußerste Priorität. Alles, was wir tun, richten wir konsequent danach aus, Kinder zu schützen, zu fördern und ihre Rechte zu achten. Dieses Leitprinzip ist Grundlage all unseres Handelns und unserer Entscheidungen.
Verbindlichkeit in Praxis und Weiterbildung
Ein respektvoller und sensibler Umgang, der von gegenseitiger Wertschätzung geprägt ist, ist die Grundlage jedes STEEP™-Prozesses – auf allen Ebenen: Organisationen und ihre Mitarbeitenden, die das STEEP™-Programm umsetzen, verpflichten sich diesen Leitprinzipien in ihrem Dienst an Kindern und Familien. Weiterbildungsträger und alle in der Weiterbildung Tätigen verpflichten sich, diese Leitprinzipien zu achten und auch die entsprechenden Grundlagen/Grundhaltungen in der Fort- und Weiterbildung zu vermitteln: theoretische und philosophische Grundlagen/Grundhaltungen von STEEP™, Grundsätze und Ziele von STEEP™ sowie Verständnis der Veränderungsstrategien und STEEP™-Beraterin (Handbuch, M. F. Erickson und B. Egeland „Die Stärkung der Eltern-Kind-Bindung“, 2006/5. Aufl. 2022, Klett-Cotta – Kapitel 1 - 5).
Gesellschaftliche Verantwortung
Vor dem Hintergrund der zunehmend autoritären Entwicklungen in deutschsprachigen Ländern steht STEEP™ mit einer solchen Grundverpflichtung für eine Grundhaltung, die sowohl für eine gelingende psychische Entwicklung von Menschen, als auch für die Stärkung der Demokratie notwendig und wertvoll ist.

